Ratgeber · Softwareentwicklung

Website relaunchen im Mittelstand: Ablauf, Kosten, Stolpersteine

Redaktionell verantwortlich: Luis Waidmann · Stand: September 2026 · Lesezeit: ca. 7 Minuten

Kurz gesagt: Ein Website-Relaunch lohnt sich, wenn die Seite technisch bremst, auf dem Smartphone schlecht bedienbar ist oder Anfragen an der falschen Stelle versanden, nicht allein, weil das Design in die Jahre gekommen ist. Entscheidend für ein gutes Ergebnis ist eine ehrliche Bestandsaufnahme vor dem ersten Entwurf: Welche Inhalte bringen bereits Anfragen und müssen erhalten bleiben, welche URLs brauchen eine Weiterleitung, welche Texte beantworten die eigentliche Kundenfrage noch nicht. Die Kosten hängen vor allem am Seitenumfang und an angebundenen Systemen, nicht am Design.

Woran erkennt man, dass eine Website reif für den Relaunch ist?

Die meisten Betriebe merken zuerst die Symptome, nicht die Ursache: weniger Anfragen über das Kontaktformular, Kunden, die am Telefon sagen, sie hätten die Leistung auf der Seite nicht gefunden, oder ein Kollege, der beim Blick auf dem Smartphone die Stirn runzelt. Drei Anzeichen sind in der Praxis besonders zuverlässig. Erstens, die Seite lädt spürbar langsam oder wirkt auf dem Smartphone gequetscht, weil sie ursprünglich nur für den Desktop gebaut wurde. Zweitens, niemand im Betrieb kann mehr sagen, wann zuletzt ein Update am zugrunde liegenden System eingespielt wurde, das ist bei Baukasten- und Plugin-Systemen ein stilles Sicherheitsrisiko. Drittens, die Struktur ist über Jahre mit dem Unternehmen mitgewachsen, neue Leistungen wurden einfach unten angehängt, bis niemand mehr die Übersicht hat, was wohin gehört.

Ein vierter, oft übersehener Grund ist inhaltlich: Die Seite beschreibt, was der Betrieb macht, beantwortet aber nicht, welches Problem sie für die Besucherin oder den Besucher löst. Das ist kein Design-Problem, wird aber im Rahmen eines Relaunchs meist mitbehoben, weil Struktur und Text ohnehin neu gedacht werden.

Wie läuft ein Website-Relaunch in der Praxis ab?

Checkliste: Fünf Signale, dass bei Ihnen ein Relaunch ansteht

Treffen zwei oder mehr Punkte zu, lohnt sich zumindest ein Gespräch über den Umfang, nicht zwangsläufig gleich der volle Relaunch.

Was kostet ein Website-Relaunch für den Mittelstand?

UmfangTypischer InhaltKostenrahmen (grob, ohne laufende Pflege)
Schlanker Auftritt5–8 Seiten, Leistungen, Kontakt, kein System angebundenca. 3.000–7.000 EUR
Corporate Website10–20 Seiten, eigenes Designsystem, Blog/Ratgeber-Bereich, strukturierte Datenca. 8.000–18.000 EUR
Website mit SystemanbindungKundenportal, Karriereseite mit Bewerbungsprozess oder ERP-Anbindung inklusiveca. 15.000–35.000 EUR, je nach Anbindungstiefe

Die Spannen sind Richtwerte aus der Praxis, keine Angebote, sie schwanken je nach Seitenanzahl, Mehrsprachigkeit und Umfang der Inhaltspflege durch uns oder Ihr eigenes Team. Soll die neue Website zusätzlich Kundenanfragen selbst beantworten, etwa über einen Login-Bereich für Auftragsstatus oder Belegabruf, ordnet unser Ratgeber Kundenportal entwickeln lassen diesen Baustein separat ein, da er sich unabhängig vom eigentlichen Relaunch kalkulieren lässt. Konkrete Zahlen für Ihre Konstellation nennen wir nach einem kurzen Blick auf Ihre aktuelle Seite und Ihre Ziele.

Welche Fehler passieren beim Relaunch am häufigsten?

Wann lohnt sich kein kompletter Relaunch?

Genauso wichtig ist die ehrliche Kehrseite, denn nicht jedes Problem braucht eine neue Website. Läuft die technische Basis stabil, lädt die Seite schnell und funktioniert sie auf dem Smartphone einwandfrei, ist das eigentliche Problem meist inhaltlich oder strukturell, dann reicht oft eine gezielte Überarbeitung einzelner Seiten samt schärferer Texte, deutlich günstiger als ein kompletter Neuaufbau. Auch wenn ein Betrieb absehbar in ein bis zwei Jahren fusioniert, umbenannt wird oder sein Leistungsportfolio grundlegend ändert, bindet ein voller Relaunch jetzt Budget in eine Struktur, die bald wieder angepasst werden muss, hier ist es meist wirtschaftlicher, zunächst mit kleineren Anpassungen zu überbrücken. Und wer intern niemanden hat, der nach dem Go-live Inhalte pflegt, sollte diese Frage vor der Investition klären, nicht danach, sonst beginnt der Verfall der neuen Seite genauso schnell wie bei der alten.

Wie bleiben Rankings und bestehende Anfragen beim Relaunch erhalten?

Die größte Sorge vieler Betriebe vor einem Relaunch ist berechtigt: Eine neue Website kann bestehende Google-Sichtbarkeit kosten, wenn die technische Migration nicht sorgfältig geplant wird. In der Praxis entscheidet sich das an drei Punkten. Erstens werden alle bestehenden URLs vor dem Go-live erfasst und, wo sie sich ändern, per 301-Weiterleitung auf die neue Adresse gelegt, eine Weiterleitung auf die Startseite statt auf die passende Unterseite ist dabei fast so schädlich wie gar keine. Zweitens bleiben Inhalte, die bereits Besucher bringen, in Substanz erhalten und werden überarbeitet statt ersatzlos gestrichen. Drittens wandern strukturierte Daten, Meta-Angaben und interne Verlinkung mit, damit Suchmaschinen die neue Seite ohne Bruch einordnen können. Wer diese drei Punkte sauber umsetzt, übersteht einen Relaunch in aller Regel ohne spürbaren Sichtbarkeitsverlust, oft mit spürbarem Zugewinn, weil auch technische Ladezeit und mobile Bedienbarkeit direkt mit in die Bewertung einfließen.

Als Teil unserer Leistungen für Softwareentwicklung, Web & Design bauen wir Websites ohne Baukasten mit einem eigenen Designsystem, so wie diese Seite hier selbst, gehostet, gepflegt und bei Bedarf um Kundenportal oder ERP-Anbindung erweitert. Wer für den Relaunch oder ein größeres Digitalprojekt einen externen Partner sucht, findet die wichtigsten Auswahlkriterien in unserem Ratgeber Softwareentwicklungspartner finden.

Luis Waidmann

B.Sc. Wirtschaftsinformatik · Digitale Transformation · COS Waidmann Systemhaus, Ravensburg

Beitrag mit KI-Unterstützung erstellt. Redaktionell verantwortlich: Luis Waidmann, COS Waidmann Systeme e.K.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zum Website-Relaunch

Wie lange dauert ein Website-Relaunch für ein KMU?

Eine Corporate Website mit klarem Seitenumfang geht bei uns meist in vier bis acht Wochen live, gerechnet vom Kickoff bis zum Go-live. Den größten Einfluss auf den Zeitplan haben in der Praxis nicht Design oder Technik, sondern die Inhalte: Wer Texte und Bilder erst während des Projekts liefert oder Freigaben verzögert, verlängert die Laufzeit spürbar. Deshalb klären wir vor Projektstart, wer welche Inhalte liefert und wer intern final entscheidet. Kommt eine Anbindung an ERP, Kundenportal oder mehrsprachige Inhalte hinzu, verlängert sich die Zeitachse auf zwei bis vier Monate. Ein Prototyp, den Sie früh im Browser sehen und kommentieren können, verkürzt die Abstimmung erfahrungsgemäß deutlich gegenüber langen Textdokumenten mit Änderungswünschen.

Mehr dazu: Softwareentwicklungspartner finden

Was passiert mit unseren Google-Rankings beim Relaunch?

Ohne sorgfältige Planung verlieren viele Betriebe beim Relaunch spürbar Sichtbarkeit, meist weil sich URLs ändern, ohne dass Weiterleitungen eingerichtet werden, oder weil bestehende, gut rankende Inhalte kommentarlos verschwinden. Der Schutz dagegen ist Handwerk, kein Zufall: Vor dem Go-live wird jede bestehende URL erfasst und, wenn sie sich ändert, per 301-Weiterleitung auf die passende neue Adresse gelegt, eine Weiterleitung auf die Startseite reicht dafür nicht. Inhalte, die bereits Besucher und Anfragen bringen, werden überarbeitet statt gelöscht, strukturierte Daten und Meta-Angaben wandern mit. In den ersten Wochen nach dem Go-live beobachten wir die Search-Console-Daten aktiv, damit Auffälligkeiten wie plötzliche Absprungraten oder Crawling-Fehler sofort auffallen, nicht erst nach Wochen im Monatsbericht. So bleibt die Übergangsphase kurz, statt sich unbemerkt über Monate hinzuziehen.

Brauchen wir für den Relaunch komplett neue Texte und Bilder?

Nicht zwingend, aber meistens lohnt sich zumindest eine Überarbeitung. Viele Betriebe übernehmen bestehende Texte unverändert und wundern sich später, dass die neue Seite zwar schöner aussieht, aber genauso wenig Anfragen bringt wie die alte. Der Grund liegt fast nie am Design, sondern daran, dass Leistungen zu allgemein beschrieben sind oder die eigentliche Kundenfrage nicht beantworten. Ein Relaunch ist deshalb der richtige Zeitpunkt, um Texte konkret auf Ihre tatsächlichen Leistungen und typischen Kundenanfragen zuzuschneiden, nicht um bestehende Formulierungen nur in ein neues Layout zu gießen. Bildmaterial sollte echte Einblicke zeigen statt Stockfotos, das schafft mehr Vertrauen und wirkt sich auch auf die Verweildauer aus.

Lohnt sich ein Relaunch, wenn unsere Website erst wenige Jahre alt ist?

Kommt darauf an, woran es hakt. Ist die Seite technisch stabil, lädt schnell und funktioniert auf dem Smartphone einwandfrei, bringt ein kompletter Relaunch oft wenig im Verhältnis zum Aufwand, dann reichen meist gezielte Anpassungen an Inhalt und Struktur. Anders sieht es aus, wenn die technische Basis veraltet ist, etwa ein nicht mehr gepflegtes Baukasten- oder Plugin-System, das Sicherheitsupdates verzögert oder die Ladezeit ausbremst. Auch ein grundlegend neues Leistungsportfolio, ein Marken- oder Namenswechsel oder eine Struktur, die mit dem Unternehmen mitgewachsen und dadurch unübersichtlich geworden ist, sprechen für einen Neuaufbau statt für Flickwerk. Im Zweifel schauen wir uns die bestehende Seite kostenlos an und sagen ehrlich, ob ein Relaunch oder eine gezielte Überarbeitung die wirtschaftlichere Wahl ist.

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Wir schauen uns Ihre aktuelle Seite an und sagen offen, ob ein Relaunch, eine gezielte Überarbeitung oder erst einmal gar nichts die wirtschaftlichste Wahl ist.

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